Sieben Jahre mehr als Vorgänger: Ältester Igel der Welt zufällig entdeckt

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Sieben Jahre mehr als Vorgänger Ältester Igel der Welt zufällig entdeckt

IMG-20190620-WA0006.jpg Von Jana Zeh 21.02.2023, 19:46 Uhr

Igel sind bekannte und beliebte Wildtiere, die seit rund 20 Millionen Jahren auf der Erde leben. Bei der Untersuchung der stacheligen Art findet ein Forscherteam nicht nur heraus, welcher Lebensabschnitt für Igel besonders gefährlich ist, sondern sie entdecken auch ein ungewöhnlich altes Tier.

Ein Forscherteam in Dänemark hat den ältesten Igel der Welt entdeckt. Erinaceus europaeus wurde per Zufall bei der Untersuchung von toten Tieren aufgestöbert. Er ist den Forscherinnen und Forschern zufolge 16 Jahre und damit erstaunlich alt geworden. "Wir haben in unseren Proben die ältesten wissenschaftlich bestätigten Igel in Europa gefunden (11, 13 und 16 Jahre), wobei frühere Forschungen ein maximales Alter von 9 Jahren aufwiesen", schreibt das Team zu den Ergebnissen, die in dem MDPI-Sonderheft "Tiere" erschienen sind.

Die durchschnittliche Lebenserwartung von Igeln wird mit zwei bis vier Jahren angegeben. Die Jugendsterblichkeit wird bei der Art als hoch eingestuft. Offenbar stirbt ein Großteil der Tiere im Straßenverkehr. In Ausnahmefällen können Igel ein Lebensalter von sieben bis acht Jahren erreichen, schreibt der Naturschutzbund Österreich dazu.

Freiwillige schicken 697 tote Igel

Da die Anzahl der in Europa lebenden Igel in den letzten Jahren dramatisch zurückgeht und Forschende bisher relativ wenig über die Wildtiere und die in Europa lebenden Populationen wissen, hatte das Team um Sophie Lund Rasmussen von der Universität Aalborg das "The Danish Hedgehog Project" gestartet. 2016 wurde die Bevölkerung dazu aufgerufen, tot aufgefundene Tiere einzusammeln und einzuschicken. Die Biologinnen und Biologen um Rasmussen, die auch der Wildlife Conservation Research Unit der Universität Oxford angehört, erhielten so insgesamt 697 tote Igel, die sie im Rahmen des Projektes eingehend untersuchten.

Zur Untersuchung gehörte auch das Herauspräparieren der Kieferknochen. An diesen kann man Wachstumslinien sehen, die das Alter der Tiere verraten. Wachstumslinien entstehen, weil das Wachstum der Tiere während ihres Winterschlafs gestoppt wird. Insgesamt konnten die Forschenden 388 Kieferknochen für die Untersuchung gewinnen. Dabei fanden die Biologinnen und Biologen nicht nur die besonders alten Tiere, sondern ermittelten auch Daten zur allgemeinen Lebenserwartung der Tiere.

Opfer des Straßenverkehrs

Dabei stellte sich heraus, dass rund ein Drittel der untersuchten Tiere im Alter von weniger als einem Jahr gestorben war, berichtet die University of Oxford. Die meisten von ihnen, 56 Prozent, wurden beim Überqueren der Straßen von Autos überfahren, 22 Prozent starben in einer Auffangstation für Igel. Dort wird versucht, kranke, verletzte Tiere wieder gesundzupflegen. Ebenfalls 22 Prozent starben der Mitteilung zufolge eines natürlichen Todes. Wie viele Igel in freier Wildbahn Opfer von Raubtieren werden, bleibt unklar.

Die ermittelte durchschnittliche Lebenserwartung der untersuchten Igel wurde mit 1,8 Jahren angegeben. Das Forschungsteam kann damit die hohe Jugendsterblichkeit der Igel bestätigen. Als Grund nennt Rasmussen einen besonders häufigen Parasitenbefall bei jungen Igeln, aber auch die fehlende Erfahrung, um Gefahren zu erkennen. "Erst mit der Zeit sammeln Igel ihre Erfahrungen. Wenn sie bis zum Alter von zwei oder mehr Jahren überlebt haben, haben sie vermutlich schon gelernt, Bedrohungen durch Autos und Fressfeinde aus dem Weg zu gehen", resümiert die Biologin.

Inzucht ist offenbar unproblematisch

Und noch ein Befund ist interessant: Anders als bei anderen Säugetieren oder Menschen leben Igelmännchen im Schnitt 0,5 Jahre länger als Igelweibchen. Die Forschenden gehen davon aus, dass es Igelmännchen insgesamt leichter haben als ihre weiblichen Artgenossen. "Igel sind nicht territorial und müssen daher nur selten kämpfen. Die Weibchen hingegen sind für die Aufzucht ihrer Jungen allein verantwortlich", erklärt die Biologin. Doch männliche Tiere würden öfter dem Straßenverkehr zum Opfer fallen als weibliche, besonders im Sommermonat Juli, der als Höhepunkt der Paarungszeit für Igel in Dänemark gilt.

Zudem erkennen die Forschenden bei der Untersuchung von Gewebeproben einen hohen Grad an Inzucht innerhalb der dänischen Populationen. Obwohl Inzucht allgemein als Risikofaktor für die Gesundheit und die Lebenserwartung von Populationen gilt, scheint sie hier keinen negativen Einfluss auf die Lebenserwartung der Tiere zu haben. "Unsere Forschung zeigt, dass, wenn die Igel trotz ihres hohen Grades an Inzucht, die mehrere potenziell tödliche Erbkrankheiten verursachen kann, bis ins Erwachsenenalter überleben können, die Inzucht ihre Langlebigkeit nicht verringert. Das ist eine ziemlich bahnbrechende Entdeckung und eine sehr positive Nachricht aus Sicht des Naturschutzes", resümieren das Forschungsteam.

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